StiDU-Rundbrief 2/2022 (4.5.2022)

9.5.22

An die/den

Herrn Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Belit Onay
Herrn Regionspräsidenten, Steffen Krach
Damen und Herren Vorsitzende(n) der Fraktionen und Mitglieder der Sozialausschüsse derRegionsversammlung und des Rates der Landeshauptstadt Hannover sowie des Stadtentwicklungs-und Bauausschusses der Landeshauptstadt Hannover
Frau Dezernentin für Soziales und Integration der Landeshauptstadt Hannover, Sylvia Bruns
Herrn Baudezernenten für die Landeshauptstadt Hannover, Thomas Vielhaber
Frau Bildungsdezernentin der Landeshauptstadt Hannover, Rita Maria Rzyski
Herrn Stadtkämmerer Dr. Axel von der Ohe
Frau Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region, Frau Dr. Andrea Hanke
Frau Dezernentin für Öffentliche Gesundheit, Sicherheit und IT der Region, Frau Cora HermenauLeitungen Träger Sucht- und Wohnungslosenhilfe
Herrn Stadtsuperintendenten, Rainer Müller-Brandes
Herrn Regionaldechanten der Kath. Kirche Region Hannover, Propst Dr. Christian Wirz

Sehr geehrte Damen und Herren,

der nun schon zehn Wochen andauernde Krieg in der Ukraine, der seither unendlich viel Leid für die Menschen dort bedingt, löste eine der größten Fluchtbewegungen seit Ende des Zweiten Weltkriegsaus. Auch in Deutschland suchen Menschen Schutz.

Hannover ist nicht nur eine der Drehscheiben bei der Verteilung dieser Menschen, in der Regionwurden auch mehrere Tausend Menschen untergebracht. Weil die vorhandenen Notunterkünfte nicht ausreichten, war es gut und richtig, leer stehende Immobilien im Besitz der öffentlichen Hand zu nutzen – angefangen von Messehallen über das frühere AS-Solar-Gebäude bis hin zuleerstehenden Feuerwehrwachen. Mehr oder weniger über Nacht wurden diese Gebäude ertüchtigt. StiDU hielt und hält das für absolut geboten, war nur gelegentlich verwundert, dass jetzt plötzlich aus der Not heraus manches möglich wurde, was zuvor bei der Unterbringung von wohnungslosenMenschen zumindest kurzzeitig eher ausgeschlossen war...

Trotz all dieser Bemühungen - allein kann der Staat die Unterbringung und Versorgung dieser Menschen nicht leisten, er bedarf der Unterstützung von uns allen. Es gibt mittlerweile vielfältige Formen des bürgerschaftlichen Engagements, die hier tatkräftig Hilfe leisten.
Es ist auch gut und richtig, dass die Stadt Hannover und auch die Region dies Engagement in vielfältiger Form fördert. Der Hannover Solidaritätsscheck ist ein gutes Beispiel dafür. Er gewährt eine Prämie an Privatpersonen, wenn diese Wohnraum bedürftigen Menschen zur Verfügung stellen.

Nach den Vorgaben wird dabei nicht unterschieden, ob es sich bei den bedürftigen Menschen um Flüchtlinge aus der Ukraine, um Flüchtlinge aus anderen Länder oder um wohnungslose Menschen handelt – es würde ja auch keinen Sinn machen, hier eine Klassifikation, eine Rangliste aufzustellen, es geht um bedürftige Menschen.

Bedauerlicherweise ist dieser Ansatz nicht hinreichend kommuniziert worden. StiDU ist ausmehreren Quellen berichtet worden, dass es vereinzelt Vermieter gibt, die bereits geschlossene Mietverträge mit wohnungslosen Menschen widerrufen haben und nun den Wohnraum Flüchtlingenaus der Ukraine anbieten wollen, nur um die „Solidaritäts-Prämie“ zu erhalten. StiDU bittet deshalb alle verantwortlichen Menschen in Politik, Verwaltung und Medien, dies richtig zu stellen.


Andrea Weinhold-Klotzbach (2. Vorsitzende)

Andreas Sylvester (Schatzmeister)

Machen Sie mit!
Verleihen Sie den bisher Ungehörten eine Stimme. Am einfachsten als Mitglied bei StiDU: Beitrittserklärung runterladen, ausdrucken, unterschreiben und dann per Briefpost an uns zurück. Herzlichen Dank und herzlich willkommen bei StiDU.